Colja Dams: „Hybrid Events werden das Format der Zukunft sein. Mit einer Kombination von live und virtuellen Teilnehmern – und das ist neu – auf Augenhöhe.“

VOK DAMS
Colja Dams. Foto: VOK DAMS

Wie steht es aktuell um Ihre operative und personelle Aufstellung?

2019 waren rund 20% unserer Projekte virtuelle Events, heute liegen wir hier bei 100%. VOK DAMS entwickelt sich gerade von einer Eventagentur mit digitaler Kompetenz zum Hybrid Event Plattform Anbieter. Zugute kommt uns da, dass wir uns seit mehr als 10 Jahren intensiv mit digitalen Eventformaten beschäftigen.

Wir arbeiten aktuell dezentral, was für unser Team aber nicht neu ist. Als agile Agentur setzen wir seit Jahren auf die aktive Selbstverantwortung unserer Teams. Dabei hilft, dass der Großteil unser VOK DAMS-Mannschaft einen digitalen Background mitbringt.

Fühlen Sie sich politisch ausreichend unterstützt?

Unsere gesamte Branche ist sehr defragmentiert aufgestellt. Wichtig war es, in der Politik ein Bewusstsein für die Markt-Relevanz unserer Branche zu schaffen – im Kernmarkt stehen wir für fast 10 Mrd. EURO Umsatzvolumen im Jahr. In verbundenen Sekundärmärkten sind es wahrscheinlich weitere 80 Mrd. EURO.

Zusammen mit den Verbänden haben wir einen Maßnahmen-Katalog für „risikoarme Veranstaltungen“ entwickelt und diesen der Politik vorgestellt. Auf Basis dieses Kataloges werden von der Politik die Richtlinien für die Genehmigung von Veranstaltungen auf Länder-Ebene erarbeitet.  Wichtig ist es, ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Veranstaltungsarten unserer Branche zu schaffen. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dieses: Während die Karnevals-Sitzung im Kreis Heinsberg auf kleinstem Raum mit 300 Teilnehmern zu 70 Infektionen führte kam es bei der EuroShop Fachmesse in Düsseldorf mit 95.000 Teilnehmern verteilt über fünf Tage zu keiner bekannten Infektion.

Welche Entwicklungen nehmen Sie aktuell wahr?

Social Distancing führt zu dem starken Bedürfnis nach realen Begegnungen und gemäß den Ländervorgaben finden kleinere Veranstaltungen wieder statt.

Wir spüren eine erfreulich erhöhte Nachfrage für Großveranstaltungen im Herbst 2020 und Frühjahr 2021. Viele Events werden nicht einfach virtuell oder live gedacht – sondern direkt als Hybrid Event angefragt. Beide Formate und Teilnehmer werden dabei auf Augenhöhe behandelt – die Teilnehmer können sich Formatunabhängig miteinander austauschen. Je nach aktueller, regionaler Pandemie-Situation ist der live oder der virtuelle Anteil der Veranstaltung dominanter.

Es wird immer mehr deutlich, dass virtuelle Events nicht alleine eine Frage der technischen Tools sind, sondern der Strategie und Konzeption. Wir haben eine Open Plattform für Hybrid Events entwickelt. Diese offene Plattform bietet die Möglichkeit des Austauschs von Teilnehmern live vor Ort und den virtuell Zugeschalteten. Dabei bedienen wir auf dieser Plattform allen bewährten digitalen Anbietern und kombinieren diese im Design des Kunden zuverlässig und nachhaltig.

Abb.: Wright Studio/shutterstock.com

Wie werden die Events der Zukunft aussehen? Wird sich die Branche verändern?

Hybrid Events werden das Format der Zukunft sein. Mit einer Kombination von live und virtuellen Teilnehmern – und das ist neu – auf Augenhöhe.

Es werden sich offene Hybrid Event Plattformkonzepte durchsetzen, welche führende Anwendungen integrieren. Agenturen werden sich zu Plattform-Anbietern entwickeln. Diese Plattformen sind aus Sicht des Teilnehmers „Digital First“ gedacht. Das platte Übersetzen von Live-Formaten auf virtuelle-Formate wird nicht funktionieren. Es bietet zwar in erster Instanz die beruhigende Verlässlichkeit bekannter Begriffe in einer neuen digitalen Welt – ist aber am Ende nicht aus Sicht des Teilnehmers gedacht. Teilnehmer vergleichen nicht Live und Virtuell – sondern möchten ein Erlebnis und sind Spannung gewöhnt, die z.B. durch eine gute Netflix Serie erzeugt wird. Und wenn die gebotene Lösung in diesem Vergleich eher langweilig wirkt, wird es schwierig sein Teilnehmer, auch nur kurz, bei einem virtuellen Event zu begeistern.

Auch wird ein Umdenken bei dem Berufsbild Eventmanager stattfinden: Der heutige Eventmanager wird sich zum Hybrid Event Manager weiterentwickeln.

Wir freuen uns drauf!

Colja Dams

Colja M. Dams ist seit 1998 geschäftsführender Gesellschafter der VOK DAMS Agentur für Events und Live-Marketing, die sich seit Gründung im Jahr 1971 mit ihrem Leistungsangebot auf direkte, erlebnis- und ergebnisorientierte Marketing Kommunikation sepzialisiert hat. Frühzeitig erkannte er die Bedeutung der Internationalisierung der Branche sowie die Notwendigkeit der Nähe zu seinen Kunden und setzte daher auf vernetzte Strategien. Mit innovativen Ansätzen etablierte er immer wieder neue Maßstäbe bei Events und Live-Marketing, die von VOK DAMS Strategie Solutions ständig am Puls der Zeit weiterentwickelt werden.

 

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