Welcome to Innsbruck – Die MICE Ladies gehen in die zweite Runde

Nach einer pandemiebedingten längeren Wartezeit konnte die zweite Ausgabe des MICE Ladies Famtrip erst in diesem Jahr – unter dem Motto „SHEROES“ – stattfinden. Doch für die längere Pause entschädigte Organisatorin Tanja Knecht ihre „MICE Ladies“ mit einem Action-geladenen Programm, das intensive Erlebnisse ermöglichte und den ein oder anderen neuen Blickwinkel eröffnete.

Innsbruck
Alpin-urbaner Charme: Innsbruck punktet durch
die hervorragende Infrastruktur und die Nähe zu den
Bergen. Foto: Innsbruck Tourismus / Mario Webhofer

Aber was sind die MICE Ladies eigentlich? Die MICE Ladies sind ein Netzwerk: von Frauen, für Frauen, mit Frauen in der MICE-Branche (mehr zu den MICE Ladies auf S. 38ff.). Schlagworte wie Female Empowerment gehören genauso zum Konzept wie Meditation und persönliche Erlebnisse. Um diese Aspekte zu vereinen, bietet Innsbruck die perfekte Spielwiese.

Die alpin-urbane Stadt ermöglicht – und das nicht nur für Frauen – spannende Erfahrungen und hervorragende MICEBedingungen. Das Innsbruck – Ausgangspunkt für alle Aktivitäten. In direkter Nachbarschaft zur beschaulichen Innenstadt befindet sich das Hotel Das Innsbruck. Das Vier-Sterne-Superior-Haus liegt einerseits direkt am Inn – lediglich eine Straße trennt das Hotel vom Wasser –, andererseits geht es durch den Hinterausgang direkt in die Fußgängerzone der Stadt. In der gemütlichen Lobby des Hauses findet auch gleich der erste Programmpunkt statt. Ein erster Kontakt untereinander und ein Kennenlernen der ersten starken Frau (aus) der Region: Karin Seiler, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus.

Sie berichtet von den Herausforderungen, die mit Corona einhergingen, und davon, wie sich der Tourismus in den letzten Monaten verändert hat. So habe sich beispielsweise der Gäste-Mix fast vollständig geändert, da die internationalen Gäste fehlten; eine Erholung sei jedoch über den Sommer deutlich spürbar geworden. Nach dieser Zeit zwar vorsichtig, wage man aber in jedem Fall einen positiven Ausblick. So ging es für die MICE Ladies im Rahmen der SHEROES-Tour hinein in die Stadt. Geführt von Klaus Schmidhofer, seines Zeichens eigentlich Head of Sales & Marketing bei Congress und Messe Innsbruck, zusätzlich geprüfter Stadtführer, war die beschauliche Innenstadt erstes Ziel.

Eigens für die MICE Ladies tauchte Schmidhofer einmal mehr in die Geschichte von Stadt, Region und Land ein. Nicht nur um den Blickwinkel auf die historischen Fakten zu lenken, sondern eben auch, um die Frauen in der Geschichte zu beleuchten.

Eine kulinarische Reise

Eine besondere Geschichte können die Damen hinter dem Restaurant Sitzwohl erzählen, das kulinarische Anlaufstelle für die MICE Ladies an ihrem ersten Abend war. Irmgard Sitzwohl, die Namenspatin für das Restaurant, und Elisabeth Geisler standen schon viele Jahre gemeinsam in der Küche, bis der Gedanke reifte, ihre persönlichen kulinarischen Ansprüche und Ideen in einem eigenen Restaurant umzusetzen. Nach einigen Umwegen und nachdem das Projekt zwischenzeitlich schon fast gestrichen war, konnten die beiden Damen schlussendlich doch noch die ehemalige Gilmschule im Herzen Innsbrucks beziehen und das heutige Sitzwohl eröffnen. Mittlerweile hat sich Irmgard Sitzwohl zurückgezogen und Elisabeth Geisler lenkt die Geschicke allein. Inspiriert von der mediterranen Küche, ergänzt durch heimische Schmankerln – wie sie es selbst bezeichnet –, kreiert sie ihre Gerichte und will einfach nur Gastgeber mit Leib und Seele sein, sei es für einzelne Gäste oder auch kleinere Gruppen. Für diese gibt es außerdem ein Separee mit einem riesigen Holztisch und sehr gemütlichem Ambiente. Bis zu 20 Personen finden problemlos Platz.

MICE Ladies
Ein Ziesel, ein Bagger und die MICE Ladies. In
der Offroad Arena Axam konnten die „Ladies“ sich im Team beweisen. Foto: Innsbruck Tourismus

Action, please!

Der zweite Tag der MICE Ladies sollte zu Beginn etwas schwungvoller werden. In extra bereitgestellten Teslas ging es aus der Stadt heraus in die Offroad Arena Axams. Die Spielwiese für Action-Fans bietet verschiedene Möglichkeiten für Teambuildings und Team-Events. Moto-Cross, Bagger oder Ziesel fahren sind nur einige der Unternehmungen, die von den Betreibern vor Ort realisiert werden können.

Hier waren auch die MICE Ladies gefordert, denn aufgeteilt in Gruppen, wurde die Challenge des Trips durchgeführt. Insgesamt drei Stationen galt es zu bezwingen. Die sicherlich ungewöhnlichste: das Baggerfahren. Schließlich kann kaum jemand von sich behaupten, jemals einen Bagger bedient zu haben. Nach einer kurzen Einleitung und einer fünfminütigen Übungsphase beginnt die Uhr zu laufen. Die Aufgabe: mit der Baggerschaufel einen Reifen vom Boden aufnehmen und ihn auf der anderen Seite des Baggers wieder ablegen. Alle Ladies meisterten die Aufgabe selbstverständlich bravourös, und selbst wenn die Zeiten stark variierten – Spaß und Gruppenzusammenhalt förderte diese Challenge auf jeden Fall. Eine Station weiter wartet das nächste eher ungewöhnliche Fortbewegungsmittel: der Ziesel, ein Kettenfahrzeug, ausgelegt auf Offroad-Fahrten und rein elektrisch betrieben. Zwar wirkt der Ziesel ein bisschen wie ein Rollstuhl auf Ketten, aber eins sei von vorneherein gesagt: Der Spaß kommt definitiv nicht zu kurz. Durch den elektrischen Antrieb lässt sich die im Offroad-Park mit alten Reifen abgesteckte Rennstrecke sehr flink durchqueren. Bei dieser Aufgabe entscheidet ebenfalls wieder die Zeit. Wer den Parcours am schnellsten bezwingt, sammelt wichtige Punkte für sein Team.

Die zweite Station mit dem Ziesel – und die insgesamt dritte Challenge – erfordert etwas mehr Fingerspitzengefühl und deutlich mehr Teamwork. Denn abwechselnd muss der Ziesel durch einen Geschicklichkeits-Parcours gelenkt werden. Und das blind! Jeweils ein Teammitglied fährt, ein weiteres dirigiert durch den Parcours. Eine interessante Erfahrung, für die eine gute Kommunikation
und Vertrauen von enormer Bedeutung sind.

Vom Offroad-Park auf 1.600 Meter Höhe

Lizum 1600
Mitten in der alpinen Berglandschaft liegt der Lizum 1600, das von der ehemaligen Snowboard-Weltmeisterin Heidi Neururer geleitet wird. Foto: Lizum 1600

Axamer Lizum ist insbesondere Wintersport-Freunden ein Begriff. Jedes Jahr besuchen zahlreiche Touristen das breit angelegte Skigebiet in der Nähe von Innsbruck. Die Fahrt aus der Stadt heraus dauert nur etwa 30 Minuten, schon steht man inmitten der alpinen Bergwelt. Am Fuße des Skigebiets liegt auf etwa 1.600 Metern das Lizum 1600. Das Hotel und Ausbildungszentrum verfügt gerade für die MICE-Branche über interessante Möglichkeiten. Geführt wird das Haus von Heidi Neururer, Snowboard-Weltmeisterin im Slalom 2007 und eine weitere starke Frau, die die MICE Ladies auf
ihrem Trip kennenlernen durften. Zweifelsohne legte Neururer mit einem Weltmeister- und einem Vize-Weltmeistertitel, mehreren Weltcup-Siegen und zwei österreichischen Staatsmeistertiteln eine äußerst erfolgreiche Karriere hin. Wie so oft gingen auch im Fall der gebürtigen Innsbruckerin mit den sportlichen Erfolgen gesundheitliche Rückschläge einher, die zwischenzeitlich sogar fast zum frühzeitigen Karriere-Ende geführt hätten. Nach ihrer aktiven Karriere ergänzte Neururer ihre Ausbildung um ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Innsbruck und ein weiteres Studium in Management und Leadership. Heute steht sie daher nicht nur als Geschäftsführerin des Lizum 1600 „ihre Frau“, sondern auch als gefragte Speakerin. In ihren Vorträgen verbindet sie ihre persönlichen Erfahrungen aus dem Leistungssport mit den Erkenntnissen aus Wirtschaft und Wissenschaft. Dabei entstehen äußerst

MICE Ladies
Stolze MICE-Ladies: Nach der Challenge am Vormittag, gab es im Lizum 1600 die mehr als verdienten Urkunden für die jeweiligen Sieger. Foto: CI

fundierte und inspirierende Vorträge, die sicherlich nicht nur für Frauen interessant sind. Neben der bemerkenswerten Hausherrin gibt es in der Location direkt an der Skipiste verschiedene Räumlichkeiten für Events und Tagungen. Drei Tagungsräume insgesamt finden sich im Gebäude. Bei einer Kombination aus den Räumen I und II sind Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen möglich. Direkt daneben steht außerdem eine Indoor-Kletterwand bereit, die sowohl in den Pausen als auch für Teambuildings genutzt werden kann. Darüber hinaus verfügt das Hotel, das im gleichen Gebäude untergebracht ist, über insgesamt 46 Doppelzimmer im alpinen Charme.

Die Natur für das Rahmenprogramm nutzen

Während sich im Winter eine kleine Abfahrt in der Mittagspause geradezu aufdrängt, bieten die eher schneelosen Monate andere, etwas ruhigere Möglichkeiten. Das Lizum 1600 ist rundherum von der Natur umgeben. Viele Wander- und Spazierwege starten direkt vor der Tür und können entweder in das Rahmenprogram integriert oder sogar als eigener Programmpunkt platziert werden – wie bei den MICE Ladies. Nach dem Lunch ging es nämlich auf einen kleinen Spaziergang, der in einer Meditation inmitten der Natur endete. Wieder Kraft tanken, die Seele baumeln lassen und den Kopf frei kriegen. Sei es eine geführte Meditation oder auch nur das klassische Waldbaden, bei dem Wald und Umgebung mit allen Sinnen erlebt werden sollen. Ganz nach persönlichem Gusto oder der Art der Veranstaltung lassen sich diese Elemente variabel in die Agenda einbauen

Am Abend wurde es dann noch etwas uriger. Das Hotel Sailer erwartete die MICE Ladies. In einer der Stuben des Restaurants des Innsbrucker Traditionshauses konnte man in gemütlicher Atmosphäre die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren lassen.

Kristallwelten

Swarovski Kristallwelten
Stimmungsvolle Inszenierung möglich: Der Kristalldom in den Kristallwelten ist für Events bespielbar. Foto: Innsbruck Tourismus / Swarovski

Am letzten Morgen des MICE Ladies Trip ging es in die Region um Innsbruck herum, genauer gesagt nach Wattens. Bereits seit 1995 funkelt und glitzert es in den Swarovski Kristallwelten. Jährlich strömen zahlreiche Besucher durch die verschiedenen Welten, die ursprünglich von André Heller konzipiert wurden. Von Oktober 2014 bis April 2015 wurde das Gelände für ca. 34 Millionen Euro umgebaut und erweitert. Die Fläche wurde im Zuge dieser Renovierung mehr als verdoppelt und beläuft sich mittlerweile auf 7,5 Hektar. Neben dem großzügigen Außengelände, das sich insbesondere in den wärmeren Monaten für Events bespielen lässt, sind auch einige der Kristallwelten für Veranstaltungen nutzbar. Einer der beeindruckendsten Räume ist zweifelsohne der sogenannte Kristalldom. 550 Spiegel erzeugen in der facettierten Kuppel eine ganz besondere Atmosphäre, die sich sowohl für Präsentationen, Empfänge oder Dinner mit bis zu 30 Personen stimmungsvoll in Szene setzen lässt. Die größten Kapazitäten in den Kristallwelten entfallen auf die Store-Flächen. Wo eigentlich Besucher Souvenirs und neue Schmuckstücke erstehen können, bietet sich Planern eine völlig andere Welt. Die Flächen können je nach Art der Veranstaltung entsprechend arrangiert werden und erlauben damit entweder bis zu 250 Personen in Kinobestuhlung oder bis zu 800 Personen in der Cocktail-Variante.

Von der Produktionsstätte zum Creative-Hub

Nicht weit von den Kristallwelten entfernt liegen die ehemaligen Produktionsstätten von Swarovski. Nach dem Bau neuer Gebäude drohte das ehemalige Werkstattgelände zu verweisen. Durch eine Initiative der Region – unterstützt durch Politik und Wirtschaft – wurde das Gelände allerdings vor diesem Schicksal bewahrt. Heute sind hier Start-ups, Co-Working-Spaces, Team-Offices und ein kreatives Arbeitsumfeld zu finden, ein Kreativ-Campus. Und das alles, ohne den ursprünglichen Industriecharme zu verlieren. Deutlich wird das am Beispiel der Schleifhalle, die gerade für Planer
von besonderer Bedeutung ist. 371 Quadratmeter misst die ehemalige Industriehalle und punktet mit gerade eben diesem Charme, der bewusst erhalten wurde.

Dieses kreative und spannende Umfeldzog auch die letzte Dame, die es im Rahmen des MICE-Ladies-Wochenendes zu treffen galt, in die Werkstätten Wattens: Doris Steinmüller-Nethl. Die promovierte Physikerin gehört zu den wenigen Frauen, die sich im Bereich der Physik einen Namen gemacht haben, und ist gern gesehene Speakerin auf den Podien dieser Welt. Gemeinsam mit ihrem Mann entwickelte sie ein Verfahren, um Nano-Diamantschichten auf unterschiedlichste Materialien aufzubringen. Dieses Verfahren lässt sich in den diversen Bereichen anwenden, vom Verschleißschutz über Medizintechnik bis hin zu Sensorik und Implantologie. Den MICE Ladies erzählte Steinmüller-Nethl von dem teils steinigen Weg bis zum heutigen Erfolg. Als Frau in dieser doch sehr von Männern dominierten Branche, mit drei Kindern und den finanziellen Herausforderungen, die die bahnbrechende Technologie brachte, gab es einige Sorgen zu bewältigen. Nach dem, wenn auch branchenfremden, aber nicht minder inspirierenden Gespräch ging es für die MICE Ladies noch auf eine Site-Inspection der unterschiedlichen Workspaces und der bereits angesprochenen Schleifhalle. Den Abschluss des SHEROES Trips bildete der Lunch in der Orangerie, einem weiteren Eventraum in den Werkstätten Wattens, der über eine eigene Küche verfügt und sich daher hervorragend für Private Cooking Sessions, Private Dinings (25 pax.) oder Coffee-Breaks eignet.