Reisen auf der Greenlane – Wie MICE in Singapur während der Pandemie funktioniert

Bereits im letzten Jahr gab das World Economic Forum (WEF) bekannt seine Zelte nicht wie gewohnt in der Schweiz, sondern in Singapur aufzuschlagen. Aufgrund der Pandemie-Situation in Europa entschieden sich die Veranstalter zu diesem Schritt. Absolut verständlich, wenn man einen Blick auf die Zahlen wirft.

Während die Zahlen in Europa immer noch besorgniserregend sind und Maßnahmen wie Lockdowns und Grenzschließungen an der Tagesordnung, hat der asiatische Stadtstaat die Situation anscheinend unter Kontrolle. Selbst im Januar rangierten die neuregistrierten Fälle in einem unteren zwei-stelligen Bereich. Und das nicht zuletzt aufgrund der strengen Maßnahmen die von Regierungsseite schon zu Beginn der Pandemie getroffen wurden. Generelle Ausreiseverbote, strenge Kontakt- und Bewegungsverfolgung per App, allgemeine Maskenpflicht und auch die ausgiebigen Desinfektion-Maßnahmen an öffentlichen Orten führten zum gewünschten Erfolg. Eine weitere dieser Maßnahmen ist außerdem das generelle Einreiseverbot aus anderen Ländern der Welt.

Singapur
Unter Auflagen steht Singapur auch während der Pandemie offen. Foto: Swapnil Bapat / Unsplash

Um jedoch Geschäftsreisenden die Möglichkeit zu geben nach Singapur einzureisen wurden in den letzten Monaten sogenannte „Travel-Bubbles“ oder Greenlanes eingerichtet. Letztere unter anderem für Geschäftsreisende aus Deutschland. Mit dem 30. November trat die Greenlane zwischen der Bundesrepublik und dem Löwenstaat in Kraft. (wir berichteten) (Anm. d. Red. : Seit dem 01. Februar wurde die Greenlane Regelung zwischen Deutschland und Singapur vorerst außer Kraft gesetzt. Weitere Inofs finden Sie hier)

Schon vor der offiziellen Öffnung der Greenlane hatten wir die Chance uns einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, was es heißt auf der Greenlane zwischen Deutschland und Singapur zu reisen. Unser Ziel: The TravelRevive. Eine Art Pilotprojekt für Konferenzen und Messen während der Pandemie. In Zusammenarbeit mit der Messe Berlin entwickelte das Singapore Tourism Board die Umsetzung der hybriden Messeveranstaltung im Tourismus- und Geschäftsreisebereich. Verschiedene Podiumsdiskussionen, Networking-Events und die begleitende Messe mit Ausstellern aus Singapur fanden im Marina Bay Sands Expo & Convention Centre Platz und ermöglichten den Austausch zwischen singapurischen Suppliern und internationalen Buyern.

Vor der Reise gibt es viel zu beachten

Token
Diesen Token erhalten Einreisende in Singapur am Changi Airport. Er ist ein unabdingbares Instrument und muss jederzeit mitgeführt werden. Fotos: CI

Wer nach Singapur einreisen möchte, muss einige Auflagen zu erfüllen. Lediglich Geschäftsreisen und Reisen mit offiziellem Grund sind erlaubt. Für uns ist das mit der Teilnahme am Travel Revive gegeben. Da wir vor der offiziellen Eröffnung einreisen unterscheiden sich die Anforderungen und Bedingungen für uns in einigen Punkten. So sind zum Beispiel die Dauer der Quarantäne und die Mindestaufenthaltsdauer im Regelfall höher als bei unserer Reise zur Konferenz. Welche allgemeinen Voraussetzungen als Geschäftsreisender zu befolgen sind, lässt hier nachlesen.

Generell brauchen alle Reisenden die Einladung einer Regierungsbehörde oder eines ortsansässigen Unternehmen, um überhaupt die Einreise-Erlaubnis zu erhalten. Im nächsten Schritt muss der Einladende den SafeTravel-Pass für den Reisenden beantragen. Wird diesem Antrag stattgegeben, steht der Einreise grundsätzlich nichts mehr im Wege, es sind jedoch  einige Auflagen zu erfüllen. Man sollte sich in den 14 Tagen ausschließlich in Deutschland aufgehalten haben und der Flug nach Singapur darf nur per Direktflug stattfinden.

Supertrees
Die  sogenannten Supertrees in den Gardens by the Bay sind mittlerweile zu einem Wahrzeichen Singapurs geworden und prägen die Skyline der Metropole.

Auf der To-do-Liste stehen allerdings nicht nur rein organisatorische Schritte. Auch aus technischer Sicht müssen einige Bedingungen erfüllen werden. So ist das Ausfüllen der SG Arrival Card vor Abflug genauso erforderlich wie der sogenannte Safe Travel Concierge. Beide Online-Anwendungen fragen einerseits persönliche Daten wie Passnummer, Anschrift vor Ort und Kontaktinformationen ab, andererseits dienen sie der Kontaktnachverfolgung und dementsprechend der Sicherheit vor Ort. Der letzte technische Schritt ist die TraceTogether App. Diese ist in allen App Stores verfügbar und wird von den Einheimischen im Alltag ebenfalls genutzt. Mit Hilfe der App kann und muss man sich bei Betreten eines Gebäudes „einchecken“ und bei Verlassen entsprechend „auschecken“. Dies gilt in Hotel und Restaurant genauso wie im Supermarkt oder Konferenzzentrum. Da für die Funktionalität der App mobiles Internet benötigt wird, gibt es für Reisende am Flughafen zusätzlich einen Token, der die Funktion der App übernehmen kann. Dieser ist mit den gleichen Daten bestückt wie die anderen Anwendungen und lässt sich daher eindeutig dem jeweiligen Träger zuordnen. Der Token muss zu jeder Zeit mitgeführt werden, wenn das eigene Hotelzimmer verlassen wird. Sogar bei gleichzeitiger App-Nutzung.

Eine weitere Voraussetzung ist der negative PCR-Test vor Abreise. Dieser darf zum Zeitpunkt des Abflugs nicht älter als 72 Stunden sein und sollte am besten in ausgedruckter Form und in englischer Sprache vorliegen. Ähnlich verhält es sich mit den Dokumenten, die mit dem Safe Travel Pass einhergehen. Am besten werden alle offiziellen Dokumente, die zum Zweck der Reise ausgestellt wurden, zum Check-In am Flughafen mitgenommen.

In Singapur angekommen

Nachdem wir alle diese Schritte bewältigt hatten, konnten wir in Frankfurt das Flugzeug nach Singapur besteigen. Die Flugfrequenz ist zwar noch stark eingeschränkt, aber sowohl der National-Carrier Singapore Airlines, als auch die deutsche Lufthansa halten den Korridor zwischen Deutschland und Singapur offen und erfüllen mit ihren jeweiligen Direktflügen die Bedingungen für die Einreise. Maskenpflicht während des Fluges und ein durchdachtes Hygiene-Konzept verstehen sich bei beiden Airlines von selbst.

City view
Vom Flughafen geht es voererst in Quarantäne. Mit der Aussicht aus den Zimmern des Marina Bay Sands vergeht die Zeit für uns allerdings sehr schnell.

Mit der Landung am Changi Airport führt unser Weg direkt zu einem weiteren PCR-Test. Noch vor Immigration und Zoll wartet die offizielle Teststelle auf uns. Um getestet werden zu können, müssen Einreisende im Vorfeld online einen Termin vereinbaren und die S$160 Testgebühr begleichen. Wer es eilig hat kann mit der Bezahlung einer entsprechenden Gebühr sein Testergebnis nach maximal sechs Stunden erhalten. Die Testergebnisse kommen per E-Mail oder SMS bei den Getesteten an. Bis das Ergebnis vorliegt muss man sich in jedem Fall in Selbst-Quarantäne begeben. Daher heißt es für uns vom Flughafen direkt ins Marina Bay Sands und nach dem Check-In auf direktem Weg ins Zimmer. Dies gilt übrigens gür alle Reisenden. Der direkte Weg vom Flughafen in die jeweilige Unterkunft ist vorgeschrieben. Am Besten per Taxi, Privat- oder Gruppentransport, wenn mehrere Personen einreisen. Die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht gestattet.

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