Kleines Land, großes MICE-Potenzial

Die ersten Menschen bevölkerten Malta bereits in der Jungsteinzeit. Damit blickt der Inselstaat auf eine lange Geschichte zurück. Punier, Römer und Araber hinterließen auf den insgesamt sieben Inseln genauso ihre Spuren wie etwas später die Europäer.

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Foto: trabantos / shutterstock.com

Der bis heute wohl prägendste Einfluss geht allerdings auf den Johanniterorden zurück, der sich etwa Mitte des 16. Jahrhunderts auf der Hauptinsel Malta ansiedelte und dort für mehr als 200 Jahre heimisch war. Nach vorangegangenen Stationen auf Zypern und Rhodos waren die maltesischen Inseln neuer Sitz des Ordens geworden, dessen Hauptziel in der Verteidigung Europas gegen das Osmanische Reich bestand. So waren die Johanniter auch Begründer der  heutigen  Hauptstadt des Inselstaats. Jean de la Valette, Großmeister des Ordens, fasste – nach erfolgreicher Beendigung der Belagerung durch die Osmanen im Jahr 1565 – den Plan, eine Festungsstadt zu errichten.

Auf dem Reißbrett entstanden

Der Grundstein für die Stadt, die nach Fertigstellung der offizielle Ordenssitz werden sollte, wurde am 28. März 1566 durch Jean de la Valette selbst gelegt. Verantwortlich für Planung und Bau war der italienische Architekt und Festungsbaumeister Francesco Laparelli. Seinen Vorgaben entsprechend wurde die erste Planstadt der frühen Neuzeit erbaut und nach nur etwa fünf Jahren Bauzeit dieser neue Ordenssitz mit einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. De la Valette jedoch erlebte dies nicht mehr. Um ihn auch nach seinem Tod für sein Wirken zu ehren, wurde die heutige Hauptstadt nach ihm benannt. Bis heute ist ein Großteil der Ordensgebäude erhalten und prägt das Bild Vallettas – ebenso wie der schon seinerzeit beim Bau verwendete Stein: Globigerinenkalk. Der gelblich schimmernde Stein wird direkt aus den Steinbrüchen geschnitten und gilt noch immer als wichtigstes Baumaterial in der Gegend. Dass der Kalkstein hervorragende Eigenschaften aufweist, zeigt sich an den vielen historischen Gebäuden, die zumeist mehrere Jahrhunderte alt sind. So beispielsweise auch das ehemalige Krankenhaus des Ordens. Bereits 1575 erbaut, steht das imposante Gebäude noch immer und gut erhalten an der Küstenlinie Vallettas, wird gegenwärtig jedoch als Konferenzzentrum genutzt.

MCC – Mediterranean Conference Center

Während hier früher bis zu 700 Patienten in eigenen Betten – zur damaligen Zeit absolut noch kein Standard – genesen konnten, stehen

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Fotos: Mediterranean Conference Center

Planern die 7.000 m² Fläche im Inneren heute für Veranstaltungen und Konferenzen zur Verfügung. Auf drei Ebenen verteilen sich verschiedene Räumlichkeiten, die allesamt vom historischen Flair des Gebäudes leben. Beeindruckendes Herzstück ist dabei der nach dem ursprünglichen Namen des Krankenhauses – Sacra Infermeria – benannte Saal. Mit einer Länge von fast 160 m eignet sich die Halle hervorragend für Cocktailempfänge, Konferenzen und Galadinner gleichermaßen. Die Kapazitäten bewegen sich je nach Format zwischen 1.500 und 2.500 Personen. Genau unterhalb des Sacra Infermeria gibt  es mit der La Valette Hall einen nahezu gespiegelten Raum mit lediglich etwas kleineren Kapazitäten.

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Historisches Ambiente oder vollausgestattetes Auditorium: Das Mediterranean Conference Center bietet Planern beide Möglichkeiten.

Wer auf der Suche nach einem klassischen Konferenzsaal ist, wird im Erdgeschoss fündig. Die Republic Hall ist ein vollausgestattetes    Auditorium mit 1.400 fest installierten Sitzen. Neben der aktuellsten Technik finden Veranstalter außerdem Dolmetscherkabinen für bis zu acht Sprachen gleichzeitig. Ist gerade nicht die MICE-Branche  zu  Gast in Maltas größtem Auditorium, werden regelmäßig Theateraufführungen gezeigt oder Konzerte gespielt – wiederum aber auch ein Plus für MICE-Planer: Bei Veranstaltungen können sie auf das entsprechende Ton- und Lichtequipment zurückgreifen. Abgerundet wird das Raumangebot im MCC von mehreren kleineren Sälen, deren Kapazitäten zwischen 35 und 450 Personen rangieren. Für welche der Räumlichkeiten man sich letztlich entscheidet, hängt tatsächlich nur von der benötigten Personenzahl ab, denn aufgrund der historischen Mauern des gesamten ehemaligen Krankenhauses weht durch jeden Raum ein ganz besonderer historischer Wind. Unterstützt wird dieses charmante Gefühl durch die originalen Ritterrüstungen und die stilvolle Dekoration, die bis ins kleinste Detail an die vorhandenen Bedingungen und die Historie angepasst wurde. Ein gelungenes Gesamtpaket also, das kaum Wünsche offenlässt.

Eine Dachterrasse ist in der Entstehung

Derzeit entsteht auf dem Dach des MCC die neueste Location innerhalb des Konferenzzentrums. Die großzügige Dachfläche des Gebäudes wird teilweise zu einer Eventfläche umgebaut. Hier sollen in Zukunft Galadinner mit direktem Blick auf die beeindruckenden Festungsanlagen der Insel stattfinden. In jedem Fall eine gelungene Ergänzung zum bereits bestehenden Portfolio des Mediterranean Conference Center. Die Eröffnung ist für März geplant.

Ein Streifzug durch Valletta

Wer sich in Valletta aufhält sollte die Chance nutzen, die sehr kompakte Hauptstadt zu erkunden. Und das am besten zu Fuß. Insbesondere der Stadtteil Floriane eignet sich hierzu hervorragend. Es gibt zahlreiche Gassen, die gesehen und entdeckt werden wollen. Must-sees sind unter anderem das Fort St. Elmo und die Barrakka-Gärten. Ebenso die St. John’s Co-Cathedral, die auf beeindruckende Weise die Geschichte des Johanniterordens, auf dessen Geheiß sie zwischen 1573 und 1578 erbaut wurde, repräsentiert. Wer das berühmte Bauwerk von außen sieht, kann nicht erahnen mit welch prunkvollem Inneren zu rechnen ist. Das zur Zeit des Hochbarock gestaltete Kirchenschiff ist äußerst kunstvoll dekoriert und bekannt für seine aufwendigen Schnitzereien. Eine kleine Führung lohnt sich also in jedem Fall!

Nur fünf Minuten von der Co-Kathedrale entfernt befindet sich eine weitere historische Location, die sich im Gegensatz zum Gotteshaus für die MICE-Branche bespielen lässt.

Eines der ältesten Theater Europas

Im Auftrag des Großmeisters Antonio Manoel de Vilhena wurde das Teatru Manoel Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut. Mittlerweile blickt das Theater auf eine fast 300-jährige Geschichte zurück und fungiert noch heute als Nationaltheater Maltas. Sowohl für Theateraufführungen und Tagungen als auch für Veranstaltungen und Konferenzen bietet das historische Gebäude 623 Sitzplätze auf vier Rängen. Für ein besonders mondänes Ambiente sorgen unter anderem die handbemalten Holzverkleidungen, der imposante Kronleuchter und die mit 22 Karat vergoldete Decke. Entscheiden sich Planer für das Teatru Manoel ist eines sicher: Vergessen wird eine Konferenz in dem imposanten, barocken Gebäude sicherlich niemand.  Für die richtige Inszenierung von Konferenzen und Meetings oder Produktlaunches sorgt die State-of-the-art Bühnen-, Ton- und Lichttechnik.

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Das Teatru Manoel ist eines der ältesten Theater Europas. Foto: Teatru Maneol

Ein weiterer Vorteil sind die entsprechend der Theaterkapazitäten ausgelegten Pausenflächen. Dadurch ist auch bei einer vollbesetzten Konferenz genug Raum für Networking- oder Coffee-Breaks garantiert. Darüber hinaus sind rund um das Theater zahlreiche Restaurants zu finden, die sich für einen Lunch außerhalb eignen.

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