Reportagen

Røros: In the middle of Norway

Ja, es gibt sie noch: diese kleinen Fleckchen Erde am Rande der Zivilisation, die diese besondere Ruhe ausstrahlen, die per se entschleunigen — dort, wo die Zeit irgendwie stehen geblieben zu sein scheint. Einer dieser Rückzugsorte ist Røros, die einzige Bergstadt Norwegens. Unweit von Trondheim liegt die kleine Kommune, die bereits 1644 gegründet wurde und heute insgesamt nur knapp über 5.600 Einwohner hat. Beispielsweise über den kleinen stadteigenen Flughafen ist Røros von Oslo aus sehr einfach erreichbar. Mit den Dash-8-Flugzeugen von Widerøe geht es innerhalb von 50 Minuten nach Røros. Bei Bedarf und entsprechender Gruppengröße können neben den zwei täglichen Flügen zusätzliche Verbindungen organisiert werden.

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Durch lange, kalte und schneereiche Winter präsentiert sich Røros als interessante Destination für Incentives. Foto: Terje Rakke/Nordic Life AS-Visitnorway.com

Ein Muss während eines Besuchs ist eine Guided Tour durch die gemütlichen Straßen und Gassen. Entlang der beiden Hauptstraßen Bergmannsgata und Kjerkgata stehen die typisch norwegischen Holzhäuser mit den wiederum für Røros charakteristischen Hinterhöfen – einem Relikt aus vergangenen Jahrhunderten, denn vor rund 200 Jahren gab es hier hauptsächlich Bauernhöfe innerhalb des Stadtgebiets. Diese Höfe waren die Versorgungsgrundlage der Familien und beherbergten Kühe und Pferde.

Normalerweise können diese charmanten Hinterhöfe nicht einfach so besichtigt werden, da sie sich heute in Privatbesitz befinden. Nur zum traditionellen Wintermarkt, der alljährlich im Februar stattfindet, öffnen die Eigentümer den insgesamt 70.000 Besuchern ihre Höfe. Lagerfeuer, Verkaufsstände und Pop-up-Bars finden sich dann in den Vierecken zwischen den Häusern. Außerdem kommen über 200 Händler aus ganz Norwegen und Schweden zu diesem Ereignis. Noch heute reisen sie ganz traditionell mit dem Pferdeschlitten an und bieten an den eigens aufgebauten Verkaufsständen ihre Waren zum Verkauf an.

Pippi Langstrumpf war auch schon hier

Eine weitere Straße, die es zu entdecken gilt, ist die Sleggveien, besser bekannt als die Pippi-Straße. Denn dort wurde einer der Pippi-Langstrumpf-Filme gedreht. Genauer gesagt war es „Pippi geht von Bord“ aus dem Jahr 1969. Sämtliche Winterszenen des Films wurden in Røros gedreht. Und noch heute ist genau zu erkennen, wo sich Pippi Langstrupf seinerzeit aufgehalten hat. Schließlich hat sich das Stadtbild des 1980 zum Weltkulturerbe erklärten Ortes nicht geändert. Das zeigt sich auch beim Besuch des Kaffestuggu, dem ältesten Café der Stadt. Seit 1914 ist der gastronomische Betrieb hier angesiedelt, und die lange zurückreichende Geschichte – das Gebäude steht bereits seit dem 17. Jahrhundert – lässt sich bis in die kleinste Ecke des Hauses spüren und erleben.

So finden Besucher im Treppenhaus Fotografien mit Stadtansichten aus dem Jahr 1951. Die dort abgebildeten Fassaden sind noch heute vollständig erhalten. Einziger erkennbarer Unterschied: die auf der Straße parkenden Autos. Diese sahen in den 50ern eben noch ein wenig anders aus als heute. Das gemütliche Restaurant, das sich im Stadtkern befindet, lässt sich ideal für Gruppen bespielen. Während der Gastraum im Erdgeschoss vorrangig für das Alltagsgeschäft genutzt wird, präsentiert sich das Obergeschoss als gemütliche Location für Gruppen. Kleinere Meetings, Dinner oder sogar Kochkurse können hier geplant werden.

Den ganzen Artikel von Anna-Lena Gras lesen Sie in unserem Magazin.