Reportagen

Korea: Vom Tempel ins Convention Center

Gleich zwei Anlässe hatte die Korean Tourism Organisation (KTO) in diesem Jahr, um Pressevertreter der MICE-Branche zur Pressereise nach Südkorea zu laden. Einerseits steht mit den Olympischen Winterspielen 2018 ein wirkliches Großevent in den Startlöchern; andererseits fand zeitgleich mit der Pressereise die Korea MICE Expo im Songdo Convensia statt. Grund genug für uns, der Einladung zu folgen und den berühmten K-Style einmal selbst zu erleben.

Der südliche Teil der koreanischen Halbinsel präsentiert sich als spannender Mix zwischen Hightech und jahrhundertelanger Geschichte und Tradition. Das spürt man schon direkt in der Hauptstadt – neben den hochmodernen Wolkenkratzern im Süden dominieren im Norden eher die historischen Stadtviertel mit ihren traditionellen Hanoks. Das sind typisch koreanische Wohnhäuser, die vollständig aus natürlichen Materialien erbaut werden.

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Nach dem Meeting zum Temple Stay. In Korea funktioniert die Kombination aus Tradition, Historie und hochmodernem Lebenswandel hervorragend, Foto: TRAVAL TAKE PHOTOS/shutterstock, Inc.

Anflug auf Seoul

Über den internationalen Flughafen Seoul-Incheon ist der südliche Teil der koreanischen Halbinsel hervorragend zu erreichen. Von Deutschland aus geht es sowohl mit der Lufthansa als auch mit den beiden nationalen Carriern Asiana und Korean einmal täglich von Frankfurt aus in Richtung Korea.

Die 52 km, die den Flughafen von der Innenstadt Seouls trennen, können Reisende in dreierlei Weise zurücklegen: entweder mit dem Bus, der Bahn – hier gibt es sogar eine Expressver-bindung, die ohne Zwischenhalt bis zum Hauptbahnhof der südkoreanischen Hauptstadt fährt – oder per Taxi.

Für uns war der erste Stopp das Grand Hyatt Seoul. Bereits 1978 eröffnete das Fünf-Sterne-Haus nur ein paar Minuten von Downtown entfernt. Das gesamte Areal umfasst über 30.000 qm, liegt direkt am Fuße des Namsan – dem sogenannten Südberg – und bietet einen tollen Ausblick über den Han River. Eine kleine Besonderheit ist der Outdoor-Swimmingpool des Hotels, genauer gesagt seine zweite Funktion. Im Sommer können hier selbstverständlich Bahnen gezogen werden. Im Winter jedoch verwandelt sich das gesamte Areal in ein kleines Winter-Wunderland mit eigener Schlittschuhbahn. Denn in den kalten Monaten wird der Pool einfach umfunktioniert.

Insgesamt verfügt das Grand Hyatt über 601 Zimmer in unterschiedlichen Kategorien und ist daher auch für größere Gruppen sehr gut geeignet. Erst kürzlich – im Jahr 2016 – erfuhr das Traditionshaus ein vollständiges Refurbishment. Im Zuge dessen wurde der gesamte Meetingbereich ebenfalls an die neuesten Bedürfnisse angepasst.

Die größten Kapazitäten entfallen dabei auf den Grand Ballroom mit seinen 1213 qm. Unter der sechs Meter hohen Decke finden bis zu 1.000 Personen bei Banketten, sogar 1.500 bei einem Cocktailempfang Platz. Bei größerem Bedarf ermöglicht die Kombination aus dem Grand Ballroom, dem Regency Room sowie dem dazwischen befindlichen Foyer Empfänge für bis zu 2.000 Personen. Die weiteren Konferenz- und Businessmöglichkeiten des Hotels befinden sich allesamt auf der zweiten Etage. Auf 590 qm verteilen sich hier weitere zehn Räume mit Kapazitäten zwischen sechs und 16 Personen.

Ein Stück koreanische Konferenzgeschichte für die MICE-Branche

Irgendwie scheint eine besondere Atmosphäre im Samcheonggak zu herrschen. Vielleicht ist es der Name – wörtlich übersetzt bedeutet es „Haus der dreifachen Reinheit“ – oder aber einfach die typisch koreanische Architektur in Verbindung mit den liebevoll angelegten Gärten. Auf einem kleinen Hügel liegt das 1972 erbaute Anwesen und besteht aus verschiedenen kleineren Häusern, die allesamt für Konferenzen und Meetings nutzbar sind.

Durch die unterschiedlichen Bauweisen eignen sich die Häuser zudem für verschiedene Veranstaltungs-formate und -größen. Dies wussten in der Vergangenheit schon zahlreiche politische Vertreter zu schätzen; Samcheonggak blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Sogar Repräsentanten aus Nord- und Südkorea nutzten das Anwesen schon für eine Zusammenkunft und gaben hier eine gemeinsame Erklärung ab. Neben den Konferenzmöglichkeiten überzeugt vor allem das traditionelle Essen. Zwar ist den meisten Nicht-Koreanern vor allem das typische Kimchi ein Begriff, aber die koreanische Küche hat einiges mehr zu bieten. Davon überzeugen sich kleinere Gruppen am besten selbst. Außerdem lässt es sich bei einem bis zu 12 Gänge andauernden Menü hervorragend networken.

Apropos authentische und traditionelle Küche. Ein großes kulinarisches Thema in Korea ist die sogenannte Temple-Cuisine. Ursprünglich entstammen die Gerichte den buddhistischen Tempeln Koreas und gehören bis dato zum Speiseplan der Mönche. Heute gibt es diese speziellen Speisen allerdings nicht mehr nur innerhalb der Tempelmauern. Zahlreiche Restaurants haben sich diesem äußerst gesunden Essen verschrieben und kredenzen es sowohl den Mönchen als auch weltlichen Gästen.

Von Anna-Lena Gras

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