Laut ITB World Travel Trends Report, der vom Beratungsunternehmen IPK International im Auftrag erstellt wurde, haben die Europäer ihre Reisen ins Ausland in den ersten acht Monaten des Jahres 2009 um sieben Prozent und die Ausgaben für und auf Reisen um 15 Prozent gekürzt. Die Zahl der Fernreisen gingen um zwölf Prozent, Nahziele um sechs Prozent zurück. Doch auch in Bezug auf Reiseabsichten für 2010 sind die Europäer zurückhaltender als im Vorjahr.
Der ITB World Travel Trends Report basiert auf Einschätzungen von 60 Tourismusexperten aus 30 Ländern und einer speziell von IPK durchgeführten Trendanalyse in den wichtigsten Herkunftsmärkten sowie Kerndaten des World Travel Monitor, der als größte kontinuierliche Studie zum globalen Reiseverhalten aus rund 60 Herkunftsländern gilt. Demnach sind die stärksten Rückgänge der Reiseaktivitäten unter den wichtigsten europäischen Märkten in Großbritannien mit minus 15 Prozent, in Russland mit minus zwölf Prozent und in Schweden mit minus zehn Prozent zu verzeichnen. Bei den Deutschen sind es “nur” fünf Prozent. Lediglich die Österreicher steigerten ihre Reiseaktivitäten um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Laut ITB World Travel Trends Report wurde noch nie so kurzfristig gebucht wie im Jahr 2009, was auf die Unsicherheit der Konsumenten zurückzuführen ist. So stieg der Anteil der Reisenden, die eine Woche vor Reiseantritt gebucht haben, in den ersten acht Monaten des Jahres um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Rezession in Kombination mit demographischem Wandel, neuen Lebensstilen und technologischem Fortschritt verändern das Reiseverhalten. “Gepaart mit dem wirtschaftlichen Umfeld kommen auf die Reiseindustrie gewaltige Herausforderungen zu”, kommentiert Dr. Martin Buck, Direktor des KompetenzCenters Travel und Logistics der Messe Berlin.