Pfiffige Idee: Die Konferenz-Lounge in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen war ganz im Stil der fünfziger Jahre möbliert und auch kulinarisch gab es Nostalgie pur: Schinkenröllchen mit Spargel, Russische Eier, mit Fleischsalat gefüllte Tomaten, Roastbeef mit Remoulade und den unvermeidbaren Käse-Igel.
Ein Blick zurück - Wie alles begann
Mit dem Ziel des Erfahrungsaustausches und Aufbaus neuer Strategien wurde am 25. Oktober 1955 die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Sport- und Mehrzweckhallen ADSM im Hotel Luisenhof in Hannover gegründet in einer Zeit, in der die Hallen zu Epizentren des wieder aufblühenden gesellschaftlichen Lebens im Nachkriegsdeutschland wurden.
Dieser rechtliche Vorläufer des EVVC wurde von Vertretern der Städte Berlin, Bremen, Kiel, Krefeld, Münster, Neumünster, Nürnberg und Oldenburg ins Leben gerufen.
Bereits ein Jahr später, am 23. November 1956, wandelte sich die lockere Arbeitsgemeinschaft zum Verband. Der VDSM Verband Deutscher Sport und Mehrzweckhallen wurde von insgesamt 24 Gründungsmitgliedern gegründet. Als 37. Halle im bundesdeutschen Reigen war die noch nicht ganz fertige Rhein-Main-Halle Wiesbaden Sitz der Geschäftsstelle, denn Hallenchef Arnulf Stenger wurde als erster Präsident des Verbandes gewählt.
1976 trat die Stadt Ratingen als 100. Mitglied in den Verband ein im Jahr 1995 verzeichnete der VDSM bereits 250 Mitglieder.
Um der zunehmenden Europäisierung der Branche Rechnung zu tragen, wurde der Verband 1997 in EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. umbenannt und zählt derzeit rund 300 Mitglieder in acht verschiedenen europäischen Ländern.
Große Gewinnspiel-Aktion: 50 Jahre 50 Wochen
Um die letzen 50 Jahre Verbandsgeschichte Revue passieren zu lassen, die selbstverständlich eng mit der jeweiligen Zeitgeschichte zusammenhängen, präsentiert der EVVC in den folgenden 50 Wochen bis zum Jahresende 2005 die Entwicklung online unter www.evvc.org
Jede Woche präsentiert die Internetseite ein Jahr und seine Geschichte im Zeitraffer und parallel dazu die Entwicklungen dieser Zeit im Verband. Schnell wird deutlich, dass der Verband tatsächlich 50 Jahre mitten im Leben steht.
Ein Gewinnspiel mit wöchentlich neuen attraktiven Gewinnen kann aus der Jubiläumsperformance abgerufen werden. Jeder Woche neu!
Aufgaben und Ziele des EVVC heute
Auch heute nimmt der EVVC als wichtiger Branchenverband die Aufgaben seiner Zeit wahr und arbeitet intensiv an der Umsetzung verschiedener strategischer Ziele.
Zusammengefasst sind dies:
- Lobbyarbeit für die Branche, d.h. Austausch und Kommunikation mit der Branche und anderen Verbänden, aber auch auf politischer Ebene
- Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung
- Mitgliederinformation
- Plattform für Marketingaktivitäten
Lobbyarbeit - Branchenarbeit
In der breiten Öffentlichkeit und der Politik erfährt die Veranstaltungsbranche nach wie vor wenig Beachtung und das obwohl die meisten Menschen diese Häuser als Orte der Begegnung für den ein oder anderen Anlass ein- oder mehrmals aufsuchen.
Trotz der großen wirtschaftlichen Bedeutung von Veranstaltungen auf direktem und indirektem Weg steht die Verhandlung von Austragungsorten großer Kongresse nach wie vor nicht auf der Tagesordnung von Staatsbesuchen, wie es z.B. bei Ansiedelung für Industrie der Fall ist. Lobbyarbeit und der Kontakt zur Politik muss daher ein großer Aspekt der Verbandsarbeit sein nicht aus reiner Selbstgefälligkeit, sondern vielmehr, um gemeinsam mit der Politik nach Lösungen für die Branche zu suchen.
Wachstum ohne Ende?
Obwohl die Zahl der Veranstaltungen nicht enorm ansteigt, verzeichnet die Branche ein großes Wachstum in der Anzahl der Veranstaltungsstätten. Gerade in jüngster Vergangenheit wird jede ehemalige Fabrikhalle zur Special Event Location umgewandelt, und in jeder Kleinstadt erwächst das Bedürfnis, eine Arena zu errichten, so Moderer. Da der Kuchen nicht größer wird, die zu verteilenden Stücke aber immer kleiner, bekommen wir den Effekt, für unsere Dienstleistungen Zugeständnisse in der Preisgestaltung machen zu müssen. So wird der Wettbewerb immer schärfer und ruinöser. Der Bauboom der Arenen bringt ähnliche Resultate mit sich insbesondere, weil die in der Planungsphase optimistischen Kalkulationen oft an der Realität vorbei gehen. Hier errechnet man sich neben der Grundbelegung durch den ortsansässigen Sportverein noch Großkongresse und Groß-Konzerte, nicht wissend, dass gerade der Markt in diesem Segment sehr schwierig und klein ist.
Um nachhaltige Lösungen für die gesamte Branche zu schaffen, müssen wir mit der Kleinstaaterei aufhören, appelliert Moderer.
Selbstverständlich will jede Kommune nur das beste für ihren Standort, doch der Branche würde nur eine bundeseinheitliche Steuerung in diesem Bereich helfen.
Privatisierung als Lösung?
Um Kosten zu senken, wurde vor mehr als 15 Jahren damit begonnen, Stadthallen und Kongresszentren in GmbHs umzuwandeln. Doch nach wie vor sind die meisten Hallen in Deutschland von den Kommunen gestützt. Der durchschnittliche Zuschussbedarf pro Haus liegt bei 900.000 Euro, wobei die Palette hier von 500.000 Euro bis 2,5 Mio. Euro reicht.
Aufgabe der einzelnen Häuser ist auch für die Zukunft, diesen Zuschussbedarf zu senken eine Aufgabe, die sicherlich für Veranstaltungsstätten in guter Lage einfacher zu bewerkstelligen ist als in infrastrukturell schwachen Regionen.
Und dennoch gilt es einen Appell zu richten an die Kommunen, die sich auch von Privatunternehmen Kostenrechnungen zur Finanzierung von Arenen vorlegen lassen, die nicht zu realisieren sind. Es hilft wenig, wenn die Stadt Zuschüsse welcher Art auch immer anstatt an eine stadtnahe GmbH an private Unternehmen vergibt. Der EVVC plädiert daher, zum Wohle der Branche, gemeinsam mit der Politik Zukunftsmodelle für die Finanzierung von Veranstaltungshäusern zu entwickeln und bietet daher sein Know-How hierfür ausdrücklich an.
Mitgliederinformation
Netzwerk nach innen und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern ist eine wichtige Aufgabe des Verbandes. Dazu gehört auch z.B. die Bereitstellung und Erarbeitung von Musterverträgen und Allgemeine Geschäftsbedingungen oder aber das Angebot einer Rechtsberatung für die Mitglieder.
Das gemeinsam mit dem Kurt-Schüller Verlag konzipierte und realisierte EVVC-Praxishandbuch ist sowohl Verzeichnis aller Mitglieder als auch durch umfangreiches Checklisten-Material Arbeitsgrundlage für die Kunden zur Realisierung von Events aller Art. Ein monatlicher online Newsletter informiert die EVVC-Mitglieder regelmäßig über die Arbeit des Vorstandes aber auch über Neuigkeiten in der Branche.
In der Zwischenzeit zählen rund 40 Partner und Premiumpartner aus der gesamten Branche ebenfalls zum EVVC. Firmen aus den Bereichen Ausstattung von Hallen, Software, Technik bis hin zu Printmedien schätzen die direkte Nähe und den unmittelbaren Kontakt zu ihren Kunden, insbesondere bei den beiden großen Veranstaltungen des Verbandes pro Jahr.
Sonderkonditionen, die der Verband für seine Mitglieder bei den Partnern aushandeln konnte, beleben ganz unmittelbar das Geschäft in der Branche.
Aus- und Weiterbildung
Im Thema Aus- und Weiterbildung sieht der EVVC einen großen Schwerpunkt seiner Arbeit für die Mitgliedsbetriebe. Gerade ein großer Branchenverband wie der EVVC muss Angebote für seine Mitglieder schaffen, um die Qualifizierung der Mitarbeiter zu gewährleisten. Darüber hinaus ist für uns die Etablierung der einzelnen Berufsbilder in unserer Branche, in der nach wie vor viele Quereinsteiger tätig sind, ein wichtiges Thema, so Dietmar Philipp.
Durch die Neubesetzung des Fachbereiches Aus- und Weiterbildung mit der ehemaligen Hallenchefin und Pädagogin Jutta Hofmann und den Technikprofi Holger Syhre erhält gerade dieses Thema eine neue Qualität innerhalb des Verbandes. Während im vergangenen Jahr mehrere EVVC-Seminare zu Themen wie Serviceorientierung, Mitarbeiterführung, Umgang mit den Medien und zur neuen Musterversammlungsstätten-Verord-nung (MVStättV) stattfanden, sind für die nahe Zukunft darüber hinaus spezielle Themen, gerade im Bereich der Technik geplant. Ermöglicht wird dies durch die in der Zwischenzeit enge Zusammen-arbeit mit Partnerverbänden wie z.B. der Deutschen Eventakademie (DEA) und dem Verband der Licht- und Tontechniker (VPLT), von der sich alle Seiten einen großen Nutzen erwarten.
Plattform für Marketingaktivitäten
Nicht mehr wegzudenken aus der Verbandsarbeit sind in der Zwischenzeit die zahlreichen Messen, auf denen der EVVC vertreten ist. Als Marketingplattform für seine Mitglieder und Partner präsentiert sich der Verband auf allen wichtigen nationalen Branchentreffs wie den STBs, World of Events, prolight sound, imex, Verbändekongress und international auf der Event World Austria in Linz. Wichtig ist dem EVVC jedoch hier auch die Außendarstellung der eigenen Verbandsarbeit auf diesen Ausstellungen und nicht zuletzt die Möglichkeit, weitere Mitglieder und Partner hier zu akquirieren.
Der jährliche Innovationspreis des EVVC hat sich in der gesamten Branche in der Zwischenzeit etabliert. Er wird jährlich durch eine fachspezifische Jury in den Kategorien Technik, Marketing und Innovation vergeben.
Der Blick in die Zukunft
Auch in Zukunft wird der EVVC noch mitten im Leben stehen. Die Ziele des Verbandes sind eindeutig Richtung Europa gerichtet, um noch mehr Mitglieder aus dem nicht deutschsprachigen Raum zu akquirieren. Unser Bestreben ist es, auch auf europäischer Ebene einen wirksamen Erfahrungsaustausch für unsere Mitglieder zu bewirken, so Dietmar Philipp. Darüber hinaus wird auch die zunehmende Europäisierung des Verbandes die Lobbyarbeit und damit die Bestrebungen in der Wahrnehmung der Branche vereinfachen. Wir dürfen und werden nicht müde werden, auch in Zukunft brisante Themen anzuschneiden und Stellung zu beziehen. Gerade in schwierigen Zeiten ist es dringlichste Aufgabe eines Verbandes, seinen Mitgliedern mit Rat und Tat, aber auch als Stütze zur Seite zu stehen, so Moderer.
Internet: http://www.evvc.org