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Aktuelles - 08.01.2010 - EVVC: Veranstaltungsbranche benötigt Milliardenbetrag als Kosten...
08.01.2010
EVVC: Veranstaltungsbranche benötigt Milliardenbetrag als Kostenerstattung für zukünftig wegfallende Funkfrequenzen


Der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. fordert eine Kostenerstattung in Höhe von 2-3 Mrd. Euro für die entstehenden Ausgaben im Rahmen der Neuvergabe der Funkfrequenzen („Digitale Dividende“)! „Auf unsere überwiegend kommunal getragenen und somit von Steuergeldern finanzierten Häuser kommen immense Kosten zu“, prophezeit EVVC-Präsident Joachim König, Direktor des Hannover Congress Centrum. Um nach der Neuvergabe der Funkfrequenzen weiterhin die Technologie der drahtlosen Mikrofone anbieten zu können, wird nahezu überall die komplette Neuanschaffung der tontechnischen Ausstattung erforderlich sein, denn die bisher genutzten drahtlosen Mikrofone werden auf anderen Funkfrequenzen nicht funktionieren.
%u2028%u2028Hintergrund ist, dass im Rahmen der so genannten Digitalen Dividende die Funkfrequenzen für unterschiedliche Nutzer neu vergeben werden, vorgeblich um die „Weißen Flecken“ in der Breitbandversorgung zu schließen. %u2028Die Frequenzen zwischen 790 und 862 MHz, die bisher für Fernsehausstrahlungen und drahtlose Mikrofonanlagen zur Verfügung standen, werden künftig der Mobilfunkindustrie zur Verfügung stehen. %u2028%u2028Für die Veranstaltungshäuser ist jedoch ein Verzicht auf drahtlose Mikrofonanlagen undenkbar: „Kaum vorstellbar, dass wir was die Tontechnik angeht, wieder in die Zeiten von Vico Torriani oder Peter Frankenfeld zurückfallen, wo der Umgang mit den Kabelmikrofonen schon fast Teil der Bühnenchoreographie war“, pointiert König.
Weiteres Problem: %u2028Bis jetzt ist offenbar völlig unklar, welche störungsfreien Alternativfrequenzen für drahtlose Mikrofonanlagen zur Verfügung stehen werden. Sicher ist jedoch, dass die in den Häusern derzeit genutzte Drahtlostechnologie wertlos wird, da diese auf das Frequenzband von 790 bis 862 MHz ausgerichtet ist. Da die Umstellung, wie es von der Bundesnetzagentur heißt, bereits Mitte des Jahres 2010 erfolgen wird, ist das befürchtete Chaos aufgrund des kurzen Zeitfensters wohl vorprogrammiert. Und: Noch kann niemand einschätzen, ob die für die Veranstaltungsindustrie zugewiesenen Frequenzen gar eine Neuentwicklung des Equipments zur Folge haben.
%u2028Der EVVC fordert daher eine klare und eindeutige Umsetzung des Bundesratsbeschlusses vom 12. Juni 2009 über eine angemessene Kostenerstattung. Hierzu gehöre auch, dass sämtliche Anlagen, auch nach Erreichen der Abschreibungsfristen, voll erstattet werden, denn diese Anlagen wären bei der bekannten Kassenlage der Kommunen noch jahrelang im Einsatz geblieben, so König weiter. Außerdem fordert der EVVC eine umgehende Mitteilung der für die Veranstaltungsindustrie zukünftig verfügbaren Frequenzbereiche: Erst danach kann die Tonindustrie neue Geräte entwickeln, die wiederum die Basis sind für die Benennung von notwendigen Ersatzinvestitionen - und für die Forderungen gegenüber dem Bund...

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